Viten: Ludwig Caesar Roux

geb. Jena, 27. Juni 1843; gest. Leipzig, 20. Mai 1913

von Oskar Roux

Kaum hatte Ludwig Roux das Zenker’sche Institut in Jena absolviert, so unterrichtete ihn sein Vater in der Führung aller blanken Waffen sowie im Jagdrevierdienste. Am 18. September 1863 wurde er von der Jenenser Universität zum Adjunkten (vorfechter) bei seinem Vater bestellt, allerdings ohne Gehalt und ohne Aussicht auf spätere Anstellung in Jena. Zum 11. März 1865 berief man ihn als Universitätsfechtmeister nach Leipzig.

Er war von hagerer, beweglicher, aber nervig-sehniger Gestalt. Bald stand er im Rufe eines tüchtigen Fechters. Durch sein erschöpfendes, die Begründung der Hiebanzüge an Klarheit nicht zu übertreffendes Buch Die Hiebfechtkunst hat er seinem in Fachkreisen von bestem Klange bekannten Namen volle Ehre eingelegt. (…)

Zu seinem 25. Jubiläum (1890) wurde Roux durch eine malerisch ausgestattete Glückwunschadresse seitens des Konvents der Leipziger schlagenden Korporationen und durch anderweitige Ehrengeschenke geehrt. Nach 37-jährigem Wirken trat er am 1. Juli 1902 in den Ruhestand. Ihm zu Ehren gab Rud. G. Binding (s.u.), wie er mitteilte, in seiner Novelle von 1911 “Die beiden Fechtbrüder” dem Fechtmeister den Namen Roux.

Ludwig Roux war Mitbegründer und Ehrenmitglied des Vereins Deutscher Universitätsfechtmeister, für den er schriftstellerisch hervorragend tätig war.

Er war Besitzer des Hauses Sophienstraße Nr. 18 in Leipzig. Sein Sohn Paul wurde sein Amtsnachfolger.

Literarisch betätigte sich Roux durch Herausgabe des genannten Lehrbuchs Die Hiebfechtkunst, eine Anleitung zum Lehren und Erlernen des Hiebfechtens aus der vehangenen und steilen Auslage etc. (mit 100 Tondruckbildern), Jena, Pohle, 1885; 2. Aufl. 1889; 3. Aufl. 1901.

Am 18. Mai 1869 vermählte sich Ludwig C. Roux mit Anna Auguste Pauline Böhme (geb. Jena, 20. Oktober 1848). Tochter des Eisenwarenhändlers Friedrich Traugott Böhme in Jena. Dieser Ehe entstammen acht Kinder,

**Paul Roux (geb. Leipzig, 26. Mai 1870)

**Carl Ludwig Roux (geb. Leipzig, 11. Juni 1874)

Friedrich Wilhelm Ludwig Roux (geb. Leipzig, 1. Juli 1876)

Gretchen Roux (geb. Leipzig, 28. November 1879; gest. Leipzig, August 1880.)

Ernst Ludwig Roux (geb. Leipzig, 15. Oktober 1877)

Ludwig Friedrich Roux (geb. Leipzig, 28. Februar 1880)

Anna Auguste Susanne Roux (geb. Leipzig, geb. 14. Mai 1882)

Max Hermann Roux (geb. Leipzig, 26. Februar 1886)

Aus: Roux, Oskar   Der Réfugié François Roux, seine Ahnen und Nachkommen: Geschichte der Familie Roux in Biographien, Jena: self-published, 1928; p. 83f

 

Ludwig Caesar Roux, Die Hiebfechtkunst (1885)

Bibliographie: 

Roux, Ludwig Caesar   Die Hiebfechtkunst, Jena: Pohle, 1885 (1889, 1901); Würzburg: Becker, 1994

Basis für:

Verein Deutscher Universitätsfechtmeister Deutsche Hiebfechtschule für Korb- und Glockenrapier: Eine kurze Anweisung zur Erlernung des an unseren deutschen Hochschulen gebräuchlichen Hiebfechtens, Leipzig: Verlag von J.J. Weber, 1887

Französische Bearbeitung:

Fix, Le Colonel ? L’Escrime dans les universités allemandes d’apres Ludwig Caesar Roux, Fried. Schulze, W. Fehn etc. Paris: Librairie Militaire de L. Baudoin, 1895

Literarische Verarbeitung in:

Bindig, Rudolf G. Die Waffenbrüder, Potsdam: Rütten & Loening Verlag, 1941

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Filed under Fechtliteratur, Fechtmeister, Mensur, Schlägerfechten

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